Archive for Juli, 2009

Auflösung der Gefühle bis ins Schattenplasma der Seele

Montag, Juli 27th, 2009

Plötzlich bist du frei
Die Waldkante deines Blicks
Hebt sich ins Dickicht
Auf dem Scheitel
Stapelt sich die Luft
Bis unter die Sterne
Im Ohr schäumt der Wind

Darunter breitet der fliegende Teppich
Vorläufig schwebenden Wassers
Seine Bartplastik
Ins dreidimensionale Anwesen,
Karawanserei ohne Sitzkissen
An den Wanderrouten
Der Flügelwesen, darin
Die ungehinderte Ausbreitung des Lichts
Ihre weißgraue Brechung findet

Die Auswüchse des Kopfes
Hinterm Hals
Schlagen mit der ganzen Macht
Eines zuckenden Muskels
Ihre Flügelklappen ans
Gebälk, Zucker
Für die Mitochondrien

Golden

Sonntag, Juli 19th, 2009

Auf welchem Kai soll ich warten,
tagelang?
Möwen reißen Reste weg.
Wasser schneidet Sonnenring
mit der Schnur
Mit dem Fischernetz ziehe ich die Zeit an mich.
Fang ist klein.
Schuppen schmelzen Zundergold,
An der Seite lang.
Fische schwimmen in dem Meer,
Warten auf den Moment,
Dass ich sicher bin, was ich will.
Hinter ihnen geht das Leben, wie`ne Welle goldig -voll.
Schweige ich…

Dzhen

Sonntag, Juli 19th, 2009


Die Zypresse im Hof.
Es ist Buddha, er klingelt mit Glocke.
Die geöffnete Tür sieht die Spitze der Hügel erstaunt.
Der Tag schleicht leichtfüßig in den sanften Regen über
So wird nichts und niemand den silbrigen Ton aufhalten.
Sei nicht traurig.
Diesen Kreis dürfen keine zerreißen,
Weder Trauer, noch Freude. Es ist egal.
Weißt du, silbriger Ton ist stärker nur dann,
Wenn das Blitzlicht der Sonne die Augen blendet
Um den Blick (für Moment) dem Schatten zu stehlen.

Weltall

Sonntag, Juli 19th, 2009

Du wolltest,damit ich aus den reifen
Sternen
Die Sommerkonfitüre kochte?
In ihm die Kerne des Weltalls schwimmen
Und tausend zerstreuter Strahlen.
Wäre jetzt die tiefer Nacht, damit ich
schon began
Die Beeren gleich zu sammeln.
Meine Handflächen
Sind von den Sternen leicht gekühlt,
und duften meine Hände
nach weichem Staub des höhe Himmel.
Die Konfitüre wird blau-goldenen und
süss,
wie jede meine Hoffnung,
bis zum Moment, wann sie Erwartung wird
und ganze sich mit dem Schimmel der
Ruhe zudeckte.
Gleich lob meine Fähigkeiten und alle ruf
zum Tisch!
Und hoffe ich, dass Konfitüre gefallen.
Dann, plötzlich wird das anderes Weltall
sprossen
aus jede Kern, welchen haben die Gäste
ausgespuckt.

Samstag, Juli 18th, 2009

Hier am Quell
in der Wüste sitz ich,

auf der Zunge etwas

vom hellen Geschmack

der Ewigkeit.

Was soll ich dort,

wo Wasser nicht einmal

mehr gepredigt wird

Ein Baum für drei Welten [4, 1, 2]

Freitag, Juli 17th, 2009

Heute ist jetzt hier.

Morgen wird alles ganz anders sein.

Gestern war gestern, was gibt’s da schon zu erzählen.

Verzicht

Montag, Juli 13th, 2009

tapete-300.jpg 

Jede Sprache ein neues Gewächs. Esther hatte schöne Brüste. Nur verfielen sie jetzt allmählich, ihr mittleres Auge dem Boden zugeneigt. Wo, um des golden Gottes Willen, war ihre suprapositive Position hin. Eine Literaturdozentin stand Modell. Ihr Lebenskleid war verschlissen. Gab den Pass ab für seine nekrophile Linienkunst. Die er pflegte, striegelte, indem er das Kaninchenfell, das Fuchsfell Esther um den Hals legte, die spitzen Fellfinger pinselten die Haut und an den Schultern brannte die Luft aus seinem Mund, hingen die Ausdünstungen aus seinen Bronchien. Oh. Oh, Verzeihung. In der Tür steckte, ach, Esther piekte immer Nadeln mit bunten Köpfen in das morsche Holz, in der Tür, da steckte der Zettel. Wahrscheinlich glaubte sie es. Weil, es betraf ja nicht Esther, sondern, sondern – ach, sie hatte Besuch, ja, solch einen Besuch, ein tintenblaues Narkotikum, Sonntagnachmittags, ein Zeitraum wie auf einem Bild von Magritte. Weiße Pforten zu einem blauen Salon. Auf der Treppe war er schon halb eingeschlafen, nicht angekündigt. Wasserglucksen aus den Rohren im Hausflur, dunkles, abgenutztes und bestaubtes Geländer, die Stützpfosten gewundene Schneckenhäuser, aufgeribbelt, nach oben gezogen, dass sie aussahen wie eine Spirale. Kleidete Esther sich Handschuhe auf die Finger, jeden Finger hat sie einzeln bezogen wie ein Kissen. Rücksichtslos. Sie verzichtete heute aufs Geld.

unleserlich

Montag, Juli 13th, 2009

Es gibt welche, die Können richtig schreiben, andere Können es nicht. Die Verlegenheit der Sätze, die Nun mit Ansehen mussten, wie sie da lag in ihrer Scham. Eine Reihe von Krügen zerbrochen, eine Erfahrung voll Leid dreigesprungen, eine geplatzte Trommel. Im Grunde war nichts. Das Moos feucht, die Möse faucht. Er hat sich in den Kopf gesetzt.

Bilden Sie einen Satz! Nun haben Sie einen gebildeten Satz.

Aber gewiss doch, sprachen die Wörter. Er soll alles Enthalten können. Einzelne Sonst, vorgestellte Nun, irgendetwas Wie eine Geträumte substanz etwas Das eine Geträumte identität, eine chiffre Für etwas Das zu dechiffrieren mehr mühe Macht als die geheimsten Oder die Nicht lockerlassen. Aber es gibt ja die Forschen und Dichter, die Nichts hinterlassen und es aufsuchen, und die Es immer wieder um den Verstand bringt. Das helle Ich auf mit meinem helden Mut. Aus Heit und Keit bildete er Heiterkeit. So stand er dazwischen. Das Gehörte zu den Dingen die ein jeder Machen durfte. Er würde ohne Punkt und Komma zu ihr Reden.

Ein welker Ruhm, eine traurige Geschichte, ein halbverhungerter Trompetenton, eine triste Weise, ein Kind, eine Maske, eine Person und eine Träne, ein weißes Gesicht, ein schwarzes Cape und eine Bewegung der Langsamkeit. Ein Aufrichtiger schrei, ein richtiger Aufschrei, trotz seiner Leisheit ein Schrei.

Wie konnte er das Nur aushalten. Sie hatte sich in den Kopf gesetzt, dass er etwas Ereichen könne. Wenn er sich auch der Welt entzogen hat, weil er von ihr Aller inhalte beraubt Würde, so kann er sich nicht sich selbst entziehen.

Wenn ich das Zu einem einzelnen Sage, scheint es doch ziemlich klar zu Sein, welches Ich sich da rührt und was mit dem Satz gemeint ist, in dem Ich sich rührt. Aber wer einer ist, das Weiß kein Mensch. Was lag ihm schon daran. Es tat sich schwer. Es gab nichts Umsonst. Es gibt etwas Das ist etwas das Es gibt. Wie könnte es ihr Besser gehen. Eine Weile hatte es ihn am Kopf getroffen. Am Liebsten würde er sich verschwinden lassen und dem Kampf aus dem Weggehen.

Wer anders Ließe sich dies Gefallen als er. Der Nicht das Geringste mehr von ihr Wissen wollte. Er sollte vorher darüber nachdenken. Es würde nach zwei Seiten wirken. Nach der Einen schon würde es ihm besser gehen und nach der Anderen wäre er wie der Geheilt. So lange wollte er Ausharren. Es hätte wahrhaft sein Stolz sein Können. Ein Einsamer. Er samt sich ein.

Er wollte nicht von ihr Erzählen, was ginge das Auch irgendjemand anderen etwas An, niemanden außer ihr Und ihm. Er kam einfach nicht daran vorbei, etwas Verändern zu müssen. Alles war mit ihr Verrutscht. Er wies das verrückte Glied zu Recht. Und alle Worte sahen zu. Nichts War einfach und natürlich. Diese haarige suche Danach. Das Vergaß er ihr Nie. Wenn sie völlig daneben lag, gab sie es rasch zu. So ging alles Von selbst. Er trieb es auf die Spitze, nun saß es da oben und hielt sich fest.

Vom Anblick ihrer Hände geschlagen schlüpfte er mit Schwung in eine Andere schrift. Selbstredend verweigerte sich eine Idee jedem Beifall. Doch wenn sie sich Lob reden ließ, stand ein Scheunentor offen. Wie weit stand ein Scheunentor offen. Seinen Weg finden hieß seinen Weg finden. Die Verzweiflung in Worte gefasst ist die Verzweiflung in Worte gefasst. Alles Andere war alles Andere. Ich will dem Ins Auge sehen. Nun hatte er alles Beisammen.

Es hat nichts Geholfen.

Nun fing alles Wieder von vorne an. Nun hatte alles Angefangen. Nun war es wieder da. Alles Vordere wurde nach hinten verschoben. Und alles Spätere stand jetzt vor ihm da. Es bequemte sich kein Satz zu sterben. So machte er sich einen bequemen Satz. Jetzt hatte er einen bequemen Satz gemacht. Nun wollte er ein Datumschreiben. Jetzt würde er sich speichern.

Nun habe ich mich abgesetzt und will ein wenig nachdenken, dachte er. Er gab sich einen Stuhl. Nun saß er und dachte ein wenig nach.

Die Schwierigkeit, dachte er, ist, man sitzt so herum und denkt lange nach. Man ist mitten im schönsten Nachdenken und dann muss man aufschreiben und das Allerschönste nachdenken ist im Eimer.

Nun hatte er gesessen und würde wieder aufstehen. Das Aber tat nichts zur Sache.

Er tat immer so, als stünde ihm und ihr Noch immer eine Unzahl von Tagen bevor. Nun ging alles Wieder von vorne los. Alles Weitere würde vergebens auf die Lange bankgeschoben. In jedem Schlaf entsteht ein Neuer tag. Nun hatte er auch noch den Vor sich. Von nun an setzte er sich über alles Hinweg.

Nichts hat ihm die Sprache verschlagen, nichts das Wort abgeschnitten. Ihr war nur etwas Entfallen. Er hob das Gerne auf. Er würde sehen, was der Tag brachte. Nun hatte er sich ausgesorgt.

Seine Hand legte sich auf ihr Herz. Willst du mich kontrollieren. Wie nur konnte sie ihn an ein Bild verraten. Was konnte es ihr Schon bieten. Diese blinde Furie mit der furchtbaren Schere.

Mit einem Maler war sie weg mit einem Maler mit einem Mal. Es war ihr Vollkommen misslungen. Wie lange sie das Aushalten konnte. Er hat sie in ihrer vollkommenen Schönheit gesehen. Sie ist ihr Entglitten und in tausend Stücke zerschellt. Zerschollen liegen sie nun da. Doch alle Können repariert werden. Und es ist Wohl tuend, dass man wird alles Reparieren können. Da alles Zerschnitten ist.

In the Woods

Samstag, Juli 11th, 2009

prozente-300.jpg 

Baron Morast, seine Frau und Pageboy gingen im Wald spazieren. Hinter einer Biegung, direkt neben der hohen Fichte und dem plätschernden Bächlein war gerade der rechte Platz für ein ausgedehntes – wofür? Für ein ausgedehntes… verflixt und zugenäht, schimpfte der Baron, der über eine Wurzel gestolpert war und feuchten Dreck auf seinen Lackschuhen entdeckte. Im Stechschritt waren er, seine Frau und Pageboy den Waldweg entlang marschiert, ausgestattet mit dem Begehren, die schöne Natur, in der es von Bäumen nur so dunkelte, zu genießen. Waren sie überhaupt vorangekommen oder schien es nur so, ratterte da unter ihnen womöglich ein Laufband und der Wald war nur die aufgeklebte Tapete in einem Fitnessstudio? Die Scheinheiligkeit des Realen lähmte ihre vormals so sicheren Schritte. Die Art, wie Frau von Morast marschierte, hatte etwas Puppenhaftes. Heini hatte sie möglicherweise vor fünf Minuten aufgezogen. Und mit Pageboy schien noch Ärgeres vor sich gegangen zu sein. Er vibrierte lediglich, ähnlich der Clownsfigur in Heinis Kinderbuch, wenn man es aufklappte und die Figur zum Vorschein kam.

nichts ist besser

Samstag, Juli 11th, 2009

nichts ist besser als alles
ich will nicht alles haben
ich kann nicht alles haben
alles macht mich alle
lieber ein bißchen nichts
als von allem etwas
nietzsches „nichts“ sticht
heideggers „nichtet“
vergewaltigung des nichts
im geiste denn aus nichts
kann alles erwachsen
aber alles kann nur
weniger werden
sagt das dichterschwein
sagt der schweinedichter

Sprachstudien (2)

Donnerstag, Juli 2nd, 2009

Die Einheit der Gefühle ist eine.

Heiter durchdringt sie das grammatische Geschlecht.

Durchdringend ihre stumme Gewalt.

Gewaltig ihre Stummheit.

Heiter durchdringt sie ihr Gegenteil:

Teile alles.

Und sie h.

Dann bleibt nichts.

Es entsteht in ihr.

Er will nicht mehr.

Eins sagen, zwei denken, drei

Vielvielleicht oder schw erst es -

Nur kein Fühlfühlen bitte zum F.

duna

Mittwoch, Juli 1st, 2009

Donau : duna : du nah
da bist du mir nah : stilles
Wasser : aufgestaut : für regen
Schiffsverkehr : ich fahre
an dir entlang : du nimmst
mich in die Arme : daher
du nah : duna : Donau