Monatliche Archive: Februar 2009

Familie Coraciidae – Racken

Von | 27. Februar 2009

In manchen Wäldern unserer Heimat, so im Anhaltischen, in Brandenburg und in der Lausitz, kann man im Sommer noch hin und wieder einen fesselnden Anblick genießen. Über hohen alten Bäumen tummelt sich ein dohlengroßer blauer Vogel in gaukelnden Sturzflügen. Die Rufe, die er dabei hören läßt, harte „Rackrack“, gaben ihm und der ganzen Gruppe den… Weiterlesen »

Flatterteil

Von | 22. Februar 2009

Erstaunlich einprägsam: Das lakonische Buchcover zu Lenonid Aronson, Innenfläche der Hand. Und obwohl ich weder den Autor, noch seine Gedichte kenne, freue ich mich schon jetzt auf die Lektüre, denn: was kann nach diesem plakativen Auftakt noch schiefgehen? Ein spießiger Urlauber als Flatterteil, mit ebenso spießiger Sonnenbrille und Spazierstock als Libellenrüssel. Das Wellenförmige unter ihm interpretiere… Weiterlesen »

Schmetterschrittchen

Von | 21. Februar 2009

Na Alter, Schmetterschrittchen, was ? Anders als der junge Typ dort, der mit seinen schwarzen Tüten nachhause schleicht. D u  federst, dynamisch und laut schlagen deine Absätze auf das Pflaster, berühren es kaum, fliegen fast, der Mantel weht, nach vorn nach vorn,  d u  bist nicht alt, oder müde, oder irgendsolchen Quatsch, du bist frisch… Weiterlesen »

KREISLAUF

Von | 20. Februar 2009

Wieder ist es nicht an die Oberfläche gestiegen Das Salz der Tränen ging zu Grunde Gierig leckende Wellen zu sättigen Wilde gewaltige Wellen die in das Antlitz der Menschen schlagen Und ihnen einen Grund zum Weinen geben

BETTLER

Von | 20. Februar 2009

Kalter Glanz auf der Parkbank Lehn dich zurück dich trifft nicht das Mondlicht Denn du bist in den Schatten getreten Zu träumen von dir der du nicht wirst Auf der Parkbank am Tag mit den Tauben

KIND

Von | 20. Februar 2009

In dieser Kleidung bin ich ein Leben lang nicht gestorben – Ich trage mich schwer ohne Lasten zu tragen überspringe jedoch noch ein Feld auf dem Gehweg Es ist eine Angst aus den Kindheitstagen die mir Leichtigkeit leiht die nicht mehr weggeht Sich nicht mehr entfernt aus dem Schatten der Mauer des Hauses zu dem… Weiterlesen »

STÄRKER GEMIXT

Von | 20. Februar 2009

Handreichungen für die lyrische Hausapotheke I Es sind nur wenige, die vom Sonnensystem auf ihr Sonnengeflecht schließen. Viele beschreiten lieber den umgekehrten Weg. Die mit dem Schöner Sterben Beschäftigten nehmen den Mund voll und wissen ihr Ersticken als ein Tüchlein mit Häkelkante zu verkaufen. Was ist schon hineingestickt außer den eigenen Initialen? II Das Verdorren… Weiterlesen »

Narrenliteratur (2)

Von | 17. Februar 2009

– Hast du gesehn, wie sie ihn angeguckt hat ? – Ja. – Hast du gesehn, wie sie ihm den Mantel abgenommen hat ? – Ja. – Und wie sie ihm die Fussel von der Schulter genommen hat ?? – Ja doch. – Er ist alt… – Hornalt. – Und diese hängenden Backen… – Wahrlich,… Weiterlesen »

Minimale Poetik

Von | 17. Februar 2009

Das Gedicht ist kein Himmelstrichter keine Todesarie und keine Todesartenstatistik kein Teilchenbeschleuniger und kein radioaktiver Fallout. Es ist kein linker Schuh und keine Mitfahrgelegenheit kein erloschener Vulkan und keine verkohlte Kartoffel. Es ist weniger nützlich als ein Flaschenöffner und weniger einprägsam als ein Vollrausch. Seine Anmut kommt nicht vom Glanze der Wörter und seine Armut… Weiterlesen »

Die Wunde

Von | 16. Februar 2009

An einem Wintertag Mit Husten (Krätze Am Hals) ich sitze Und lese Zeitung. Gegen Abend tritt es Flüssig hervor, Untergrund In Eisenoxid aus dem Puls Verwaschener Geräusche, Stellt sich mitten in den Blick Aufrecht Auf gezimmerter Bühne Spielen und singen sie: *** Mein Atem stockt… Für den Bruchteil eines Lächelns Möcht‘ ich Jetzt dem Gedanken folgen… Weiterlesen »

Gestatten – Georg

Von | 8. Februar 2009

Ich war damals als Zeitungsjunge unterwegs. Auf die Frage,  ob ich an der Herstellung des zu vertreibenden Produkts mit beteiligt sei, antwortete ich immer mit  ja.  Als Student lag mir einiges am Herzen. Zum einen das Ganze, das als  solches eben kein falsches sein kann, einfach weil ich mir doch sonst die Frage nach den Voraussetzungen, nach dem Grund… Weiterlesen »

Triade

Von | 5. Februar 2009

Ich bin der Liebhaber, Chronist der gebrochenen Herzen, koste vom unerschöpflichen Wein der Lust jeden noch so bitteren Tropfen – Ich bin trunken vor Schmerz. Ich bin der Verlorene, Prometheus gleich an den Fels geschlagen, doch nur die Ahnung eines Funkens auf den Lippen und die offene Brust noch jedem Geier dargeboten. Ich bin der… Weiterlesen »

Amuse-Bouche

Von | 2. Februar 2009

Prof. Dr. O. holte sich ein Schinkensandwich vom kalten Büffett. Hier und da grinsten erblasste Gürkchen aus den Weißbrotreihen. Prof. Dr. O. kaute Radieschen. Kalte Platte, Amüse-Bouche. Auch als Mundfreude bekannt. Ein scharfer Saft lief in seine Mundtaschen. Das Arbeiten der Zähne und das sich in den Ohren verbreitende Knirschgeräusch übertünchte die Worte seiner Tischnachbarin.… Weiterlesen »

Horizontal und vertikal [2, 11]

Von | 1. Februar 2009

Es machte klick. Die eben noch rollenden Steine hatten aufgehört zu rumpeln, die Luft wogte noch leise durchs Zimmer und wir, die Arme um einen Körper gelegt, der als Relief mit verschiedenen Namen wie Taille, Rücken, Hals und Kopf versehen war, in der Vorstellung aber aus nichts anderem bestand als zitternder Wärme und einer sich… Weiterlesen »